Weihnachten 2026 / Landschaft
Wir blicken auf ein Jahr der Extreme zurück, vor allem was das Wetter im nun auslaufenden Jahr anbelangt. In einem Satz zusammengefasst könnte man sagen; „zuerst zu kalt, zu feucht und zu wenig Sonne dann zu heiß und zu viel Sonne“! Einzig der Umstand des zu geringen Niederschlags zog sich durch das ganze Jahr. Das erste Quartal brachten im Flachland von Wien und Ostösterreich (aber auch Klagenfurter Becken, Rheintal) extrem trübes Wetter mit viel Nebel und verzeichneten phasenweise deutlich zu wenig Sonnenschein – der Februar war regional einer der trübsten seit Jahrzehnten. In Wien war es im Jänner um 2,7 Grad kälter als im Vorjahr und sogar um 3,5 Grad kälter als im 30-jährigen Durchschnitt (Wien Energie, Jänner 26). Der Sommer 2026 wiederum war der heißeste der letzten 260 Jahre und einer der fünf trockensten. Die große Hitzewelle 2026 dauerte 33 Tage, vom 17.Juni bis zum 20.Juli, Höhepunkt war am 29.Juni mit 40,1° in Bad Deutschaltenburg. Interessant finde ich auch, wenn man die Wetterdaten der „GeoSphere Austria“ studiert, wie unterschiedlich diese dann interpretiert werden. Freie nach dem Motto; „glaube keine Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast“! 12) Zum Abschluss des Jahres kommt nun nach etlichen Jahren, ein Motiv, das mir schon lange am Herzen lag, aber es hat bis dato nie gepasst, es gab nie die richtigen voraussetzten die kleine Kapelle richtig in Szene zu setzten; Schnee! Etwas, das in den in den Donauauen auf 175m Seehöhe in den letzten Jahren Mangelware geworden ist. Die „Nikolaus-Kapelle“ bei Schmida (Tullnerfeld, Katastralgemeinde der Marktgemeinde Hausleiten), errichtet 1850. Sie war ursprünglich dem heiligen Nikolaus – dem Schutzpatron der Schifffahrt – geweiht. Renoviert wurde sie zuletzt 1993, seither heißt sie „Hubertuskapelle“. Ursprünglich stand sie als Nikolaus-Kapelle am Ufer eines schiffbaren Seitenarms der Donau, wo auch der „Schweizer Hof“ (Milchwirtschaft) stand. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war hier ein Wohngebäude mit Stallungen für die Tiere von 13 Bauern. Die Butter wurde damals beim Butterkreuz (1726 erstmals erwähntes Denkmal, Dreifaltigkeitssäule) in Nachbarort Zaina von Händlern übernommen. Übrig blieb davon die nur die Kapelle. Heute steht sie südlich der Autobahn und kann beim Vorbeifahren im Winter, wenn die Bäume nicht belaubt sind, gesehen werden. 9) + 10 toter Meander Im Rahmen des gemeinsam mit slowakischen Partnern entwickelten Maßnahmenplans wurden heuer wichtige Renaturierungen an der March umgesetzt. (reConnect und Restore4Life) In einer grenzübergreifenden Kooperation wurden zwei Mäander wieder mit der March verbunden wodurch sich der Verlauf des Flusses um rund 900 Meter verlängert. Die Begradigung der March wurde schon Mitte des letzten Jahrhunderts aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt. Die Maßnahmen südlich von Hohenau an der March (nordöstliches Niederösterreich) stärken die flusstypische Biodiversität und tragen zum passiven Hochwasserschutz bei, indem die Fließgeschwindigkeit verringert wird und die Eintiefung des Flussbettes gestoppt (oder zumindest verlangsamt wird), wodurch die angrenzen Augebiete wieder als Reserve bei Hochwasser zur Verfügung stehen und der Grundwasserspiegel dadurch wieder steigt, was für die Landwirtschaft im Marchfeld wichtig ist. Die March-Thaya-Auen bilden gemeinsam mit den Donau-Auen die größte zusammenhängende Auenlandschaft Mitteleuropas und damit ein ebenso vielfältiges wie einzigartiges Refugium für seltene Arten C + 11 Gemeindeau Das Augebiet nördlich von Tulln (jenseits der Donau) zählt für mich zu den interessantesten Gebieten dieser Art, obwohl gar nicht sonderlich unter Naturschutz. Aber das Gebiet ist beidseitig der B19 bietet eine Reiche Flora und Fauna und ist mit unzähligen Wasserläufen durchzogen und stark bewaldet. Direkt unter Nordumfahrung Tulln liegt der „Karner Teich“ (inoffizieller Name) der den Altarm kurzeitige in einen See verbreitert bevor er Richtung Osten weiterfliest. Dieser See gilt unter Anglern als Hotspot und bietet aber auch für mich als Fotografen tolle Motive. Besonders von der Schnellstraßenbrücke hat man einen tollen Blick über den See ins Augebiet. Das Cover wurde im Herbst letzten Jahres aufgenommen, das Novemberbild stammt noch aus dem November 2025. Man kann hier sehr gut erkennen, wie die Blätter eine Landschaft verändern. (Das Novemberbild ist der Rechte Teil des Bildes am Cover) 1 Donau RI Hollenburg Für mich zeigt das Jänner-Bild die ganze Tristesse des Winters in einem Bild. Die Donau grau in grau, kalt und unwirtlich, zumindest für mich als Liebhaber des heißen Sommers. Wenn gleich ich zugeben muss, dass der Sonnenuntergang über der Hollenburg wiederum auch eine schöne Abendstimmung vermittelt. Langsam steigt der Nebel auf und taucht die Landschaft zusehends in diffuses Licht mit weichen Pastelltönen. Hollenburg ist ein südlich der Donau gelegener Stadtteil und eine Katastralgemeinde der Statutarstadt Krems. 2 Elenorenhain Das Februarbild - aufgenommen an einem eisig kalten windigen Wintertag in einem weitläufigen Augebiet südöstlich von „Frauendorf an der Au“ (Katastralgemeinde von Königsbrunn/W. -NÖ). Die Sonne um die Mittagszeit bemüht sich redlich etwas Wärme zu spenden, aber ohne wirklichen Erfolg. Der eisige Wind peitscht die Schilfwedel hin und her und auch das Eis (vereinzelt am Bild zu sehen) bleibt unbeeindruckt. Ich denke, dass man auch auf diesem Bild so etwas von „Winterstimmung“ erkennen kann. 3 Traismauerin + 8 Gr.Wörth Südlich von Grafenwörth (NÖ) im dichten Auwald versteckt mäandert (sich in kurvigen, geschwungenen Schleifen fortzubewegen; Anmk.) der Kamp auf seinen letzten Kilometern bis zur seiner Mündung in die Krems (die dann später bei Altenwörth ihrerseits in der Donau mündet) relativ unbemerkt vor sich hin und biete einige schöne Motive, wie das Märzbild. Das Augustbild zeigt, oder ist besser gesagt ein Sommerbild. Gleißendes Sonnenlicht und saftig grünes Gras am Rand des Altarmes zeigt, wie Sommer in den Donauauen sein sollte – heiß! Gegenlichtaufnahmen, speziell wenn die Sonne drauf zu sehen ist, sind nicht immer leicht und erfordern Erfahrung und neben vielen Versuchen auch immer einen Kompromiss zwischen unter- und überbelichtet. 4 + 5 Oberes Mühlwasser Das Mühlwasser in Wien, heute aufgeteilt in Oberes- und Unteres Mühlwasser, war bis zur Donauregulierung (1876) ein Altarm der Donau und hat seinen Namen von seiner historischen Nutzung, den sogenannten Schiffsmühlen. Sie dienten zur lebenswichtigen Mehlversorgung der Bevölkerung. Der Wiener Stadtteil Kaisermühlen (22.Bezirk) verdankt seinen Namen solchen Schiffsmühlen, die einst dem Kaiserhaus gehörten. Die letzte Wiener Schiffsmühle stellte ihren Betrieb im Januar 1935 ein. Heute ist das Mühlwasser ein wertvolles Naturdenkmal und Naherholungsgebiet am Rande der Lobau. (Der Name „Lobau“ stammt übrigens aus dem Althochdeutschen und bedeutet in etwa „waldige Au“). Sie wird durch den unvollendeten „Donau-Oder-Kanal“ in die „Obere-“ und „Untere-“ Lobau unterteilt. Erstere ist im Besitz der Stadt Wien, Zweitere gehört dem Bund und ist zudem als „Ramsar-Gebiet“ ausgewiesen. Es bietet speziell im Frühjahr eine Unmenge an tollen Landschaftsmotiven, wie die beiden Bilder April und Mai (beide am „oberen Mühlwasser“ entstanden) zeigen und wie man sie am Rande einer Großstadt so wahrscheinlich nicht vermuten würde. (April und Mai) Die Ramsar-Konvention ist ein internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel. Diese Konvention, die von 160 Staaten unterzeichnet wurde, feierte als eine der ältesten Naturschutzkonventionen 2011 bereits ihren 40. Geburtstag und hat mittlerweile 172 Vertragsstaaten. Weltweit gibt es 2.471 Gebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 256 Millionen Hektar (Stand: Februar 2023). Österreich ist bereits 1983 beigetreten und hat mittlerweile 26 Gebiete. 6 + 7 Nat. Parks Und die „untere Lobau“ ist auch der Beginn des „Nationalpark Donau-Auen“ vom Westen her gesehen. Beide Gebiete gehören zu den fünf österreichischen Gründungsgebieten der Ramsar-Konvention die am 16. April 1983 in der iranischen Stadt „Ramsar“ am Kaspischen Meer unterzeichnet wurde (daher der Name). Der Nationalpark „Thayatal-Podyjí“ wiederum gehört zu den aktuell letzten Gebieten in Österreich, die 2025 beigetreten sind. Die beide Nationalparks „Thayatal“ und „Donauauen“ dürfen in diesem Kalender nicht fehlen, weil beide bereits fixer Bestandteil meiner jährlichen Touren durch die Aulandschaften des Landes sind. Die Bilder Juni und Juli. Der National Park Donauauen östlich von Wien schützt eine der letzten großen, intakten Flussauen-Landschaften Mitteleuropas und erstreckt sich über rund 9.600 Hektar entlang der Donau zwischen der Bundeshauptstadt Wien und Bratislava. Gegründet im Jahr 1996, bewahrt der Nationalpark eine dynamische Flusslandschaft, die maßgeblich von den wechselnden Wasserständen der Donau geprägt wird und über ein großes Netz an Nebenarmen verfügt, wie in einer Auenlandschaft so üblich, die manchmal mehr manchmal weniger oder gar kein Wasser führen. Wie eben der Nebenarm kurz vor dem recht bekannten Ausflugslokal „Uferhaus“ außerhalb von Orth/Donau (NÖ), direkt an der Donau. Dieses Gewässer hat sich über die Jahrhunderte relativ tief eingegraben und ist von sehr alten, hohen Bäumen umgeben und es muss der Sonnenstand schon stimmen, damit man ein halbwegs gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild bekommt – der Juni. Der Nationalpark Thayatal (gegründet 2000) bildet mit dem angrenzenden tschechischen Nationalpark „Národní Park Podyj“ (gegründet 1991) ein großes grenzüberschreitendes Schutzgebiet das eine der letzten naturnahen Tallandschaften Mitteleuropas bewahrt. Geprägt durch die markanten Mäander und Umlaufberge der Thaya, überrascht das "Tal der Vielfalt" mit beeindruckenden Ausblicken, einer Fülle an Tier- und Pflanzenarten und vielen Orten, die sich ihren unberührten, ursprünglichen Charakter erhalten haben. Sehr hilfreich war sicher auch die Geopolitische Lage, entlang des „Eisernen Vorhanges“ welche dem Gebiet zu einem rund vierzigjährigen Dornröschenschlaf verholfen hat. Der Nationalpark (entlang der Thaya) ist eigentlich ein so genanntes „Durchbruchstal“, eine bis zu 150 Meter tief eingeschnittene „Schluchtlandschaft“ als Grenze zwischen Österreich und Tschechien – wie auf dem Juli-Bild gut zu erkennen.












